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Geschichte des Schützenvereins Burweg

Der Schützenverein Burweg hat in seiner 75-jährigen Geschichte ein reges Vereinsleben gehabt. Immer wurden der Schießsport, das Schützenbrauchtum und die Geselligkeit gepflegt. Der Verein ist aus dem Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Tatkräftige Schützenbrüder hatte der Verein in seinen Reihen, das waren u.a. 4 Vorstandsmitglieder die rund 43 Jahre ununterbrochen für den Verein gearbeitet haben (Amandus Hölting, Peter Hellwege, Diedrich Hammann, Hermann Tieck). Es war im April 1926 - ein Schützenverein soll gegründet werden -. 16 Männer, die einen Schützenverein gründen wollten, fanden sich bereits vor dem ersten Versammlungstag am 14. April zusammen.

Dies waren im einzelnen:

Albertus Hardekopf
Amandus Hölting
Peter Hellwege
Diedrich Hammann
Johannes Tiedemann
Peter Holthusen
Johannes Hellwege, Blaue Straße
Hermann Borchers
Christian Hellwege
Hinrich Holthusen
Johannes Hellwege, Bauernreihe
Klaus Borchers
Klaus Tomfelde
Hermann Hagenah
Klaus von Bremen
Hinrich Hellwege

In der ersten Versammlung am 14. April 1926, die von Albertus Hardekopf einberufen worden war, erschienen 34 Personen. Der Kleinkaliber - Schießverein Burweg wurde gegründet und den Vorsitz übernahm Albertus Hardekopf. Die Statuten wurden niedergeschrieben und von den 34 Anwesenden genehmigt. Ein Mitgliedsbeitrag von 2 Reichsmark und zusätzlich eine Aufnahmegebühr für Schützen von 3 Reichsmark (bei den "Jungmannen" 1,50 Reichsmark) Der Verein war natürlich noch ohne Geld und ohne Grundstück. Der Landwirt Christian Hinck stellte aber sogleich ein Stück Land kostenlos zur Verfügung. Als Dank ernannte man ihn dann ein Jahr später zum ersten Ehrenmitglied des Vereins. Man ging nunmehr daran, einen Schießstand zu bauen, man wollte aber auch schon schießen, bevor der Stand fertig war. Also wurde ganz einfach in der ehemaligen Lehmkuhle an der B 73 ohne Deckung und ohne Absperrung geschossen Das Material für den Schießstand, zum großen Teil war es Holz- konnte der Verein nicht teuer bezahlen, so daß man in der Freizeit tätig werden mußte, um dieses günstig einzuhandeln. Durch fleißige Hände wurde der Schießstand im Laufe des Sommers erstellt. In den ersten Jahren gab es noch kein Schützenfest. Nach drei Jahren, am 30.06.1929 wurde der erste König ausgeschossen und ein Schützenfest mit Umzug fand statt. Der König Klaus Tomfelde bekam 15,- Reichsmark als Anerkennung. Damals wurde die Fahne noch in der Nacht mit Marschmusik zum Präsidenten Hardekopf begleitet, wo sie ihren Verwahrungsort hatte. Man marschierte unter strengen militärischen Kommandos mit Fahne, Musik und Geleit durch das große Dielentor ein und brachte den Vorsitzenden nach Hause. Auch die Gewehre standen bei Hardekopf im Schrank. Seit der Vereinsgründung gab es sogenannte Gerätewarte (Johannes Hellwege und Hermann Hagenah waren die ersten einer Vielzahl von freiwilligen Helfern), die nicht nur für die Pflege der Waffen verantwortlich waren. Sie mußten die Gewehre zu allen Veranstaltungen beim Präsidenten abholen und auch wieder abgeben.
Schon 1930 wurde nach einigen Verhandlungen eine Fahne gekauft. Der damalige Präsident Albertus Hardekopf, ein ehemaliger preußischer Offizier, strebte eine Standarte rein in blauen Grundfarben an. Dies wurde nach vielen strittigen Diskussionen vom damaligen Vorstand abgelehnt, weil grün die Farbe der Schützen sein sollte. Um den 25.05.1936 war es dann soweit: Fahnenweihe.
Der Kleinkaliber - Schießverein gehörte seit 1937 auch dem Deutschen Schützenbund an. In der Zeit des "Tausendjährigen Reiches" war es der Deutsche Schützenbund, dessen Aufgabe es war, die militärische Ausbildung in den Vereinen zu organisieren. Im Jahre 1937 fand ein Wechsel im Vorstand statt. Amandus Hölting löste Albertus Hardekopf als Vorsitzenden ab. 1938 fand eine Fahrt in die Lüneburger Heide statt, zu der Zeit ein kleines Ereignis. 1939 brach der zweite Weltkrieg aus. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren ruhte der Schießsport bis 1949. Nach dieser schweren Zeit mußte ein neuer Anfang gemacht werden.
Aber es fanden sich 1949 bald wieder Männer aus dem Dorf zusammen, die das Vereinsgeschehen wieder aufleben ließen.
Der Vorstand hatte fast die alte Zusammensetzung.
Das nächste Schützenfest sollte am 11.04.1949 stattfinden, jedoch war es nur unter großen Schwierigkeiten möglich. Für das Fest brauchte der Verein eine Genehmigung vom englischen Kommandanten des Landratsamtes. Gewehre durfte niemand besitzen, so wurde der König mit der Armbrust ausgeschossen. Ein Schausteller aus Kranenburg stellte uns Luftgewehre zur Verfügung, so begann der Verein nach dem Kriege von neuem. 1954 wurde die Schießanlage mit Unterstützung von Gastwirt Johannes Stegemann mitten in den Ort verlegt. Stegemann stellte das Land zur Verfügung und übernahm die Kosten für die Halle und den gesamten Umbau. Die Einweihung des neuen KK-Standes mit Halle war am 11. Und 12. Juni 1955. Ab 1966 trat nach und nach der Vorstand zurück. Das Durchschnittsalter der Vorstandsmitglieder wurde deutlich niedriger. Aber 1974 mußte schon wieder eine Wahl vorgenommen werden, plötzlich verstarb Helmut Hölting. Da das Schießen auf Dieckmanns Saal sehr beschwerlich war, wurde ein Luftgewehrstand geplant. Am 06. Mai 1972 war Richtfest. Die Standweihe fand beim Schützenfest am 24.07.1972 statt. Die Kosten für den Stand betrugen seinerzeit rund 28.500 DM.
1972 konnten wir erstmalig acht Damen in den Verein aufnehmen. Das war ein Anstoß für die anderen Frauen aus dem Ort. 1974/75 waren es 50 Damen, heute sind es über 100. 1975 wurden auch eine Damenleiterin und stellvertretende Damenleiterin gewählt. Erste Damenkönigin wurde im gleichen Jahr Ingrid Tomfelde.
Im "Jahrhundertsommer" 1976 konnte das 50-jährige Jubiläum gefeiert werden. Auf dem Saal bei Dieckmann hatten sich 130 Schützinnen und Schützen versammelt, um Hochzeitssuppe zu essen. Um 12.00 Uhr gab es ein Platzkonzert mit den Kehdinger Blasmusikanten und um 13.00 Uhr eröffnete mit einer Festrede der Vorsitzende Aribert Tieck die Jubiläumsfeier. 600 Schützinnen und Schützen, 25 Fahnen von Gastvereinen und drei Musikzüge standen auf dem Rasen des Dorfplatzes. Viele Ehrengäste waren erschienen.
1986 entstand in der Halle ein kleiner Brand durch einen defekten Ölofen. Dadurch mußte die gesamte Zwischenwand zum Luftgewehrstand neu gemacht werden. 1993 gab es einen Wechsel der Vereinsspitze. Der Vorsitzende Aribert Tieck stellte nach insgesamt 42-jähriger Tätigkeit für Festausschuß und Vorstand den Vorsitz zur Verfügung. Als Nachfolger wurde Klaus Hellwege gewählt.
In den Anfängen des Königsschießen wurden immer noch zwei Mann je Scheibe in der Deckung gebraucht, um die Scheiben ungesehen auszutauschen. Bei den Preisscheiben wurde das Schußergebnis per Hand mit einem hölzernen Stab aus der Deckung heraus auf einer Ergebnistafel angezeigt.
Hier wurden die Scheiben nicht gewechselt: Man klebte die Einschußlöcher wieder ab. Ab 1965 fand das Königsschießen auf die "Gehmann" - Scheibenanlage statt.
Hier wurden in einem Gehäuse die Scheiben oben gelagert, zum Beschießen per Scheibenband vorgezogen und danach unten abgelegt. Diese taten nur bis 1977 ihren Dienst. 1977 wurden auch die ersten drei Zugscheiben angeschafft, die dann 1988 um zwei weitere ergänzt wurden.
Ab 1992 kamen die ersten konkreten Überlegungen zum Ausbau der Schießanlage mit einer Halle. Anfangs war eine Fläche von H. Jungclaus vorgesehen und für diesen Zweck gekauft worden. Zwei Jahre später kam dann ein überraschendes, aber viel interessanteres Angebot von Heinz Höft. Es kam zu einer Einigung über das 1200 m⊃2; große Grundstück, auf dem die neue Halle heute steht. Von nun an wurden vom Vorstand zahlreiche andere Anlagen besichtigt, damit aus vielen Ideen ein für den Schützenverein Burweg passender Entwurf entstehen konnte.
Nach dem erstellten Plan betrugen die Rohbaukosten 200.000 DM. An die Gemeinde wurde ein Zuschußantrag gestellt, die Gemeinde beschloß, daß der Schützenverein insgesamt 170.000 DM bekommt. Von der Samtgemeinde kamen 30.000 DM dazu. 1995 begannen die Vorbereitungen. Als die ersten Arbeiten schon anliefen, beschloß der Vorstand eine Verlängerung des Hallenbereiches um 5 m.
Am 08.03.1996 erfolgte der erste Spatenstich mit den darauffolgenden Gründungsarbeiten.
Ab 15.03.1996 wurde täglich gearbeitet, auch bei schlechtem Wetter. Freiwillige Helfer und Handwerker waren unermüdlich. Als einer der fleißigsten Helfer ist Heinz Borchers zu nennen, der wirklich durchgehend am Bau tätig war. Er wurde für seine lobenswerte Arbeit mit der "Goldenen Ehrennadel mit Lorbeer" vom Bezirksschützenverband ausgezeichnet.
Richtfest der neuen Halle war am 20.04.1996.
Da bislang alle Arbeiten zügig voran gingen, beschloß der Vorstand, daß auch noch der Schützenbereich des Kleinkaliberstandes vergrößert werden sollte.
In der Woche zum Schützenfest wurde bis zum letzten Tag hart gearbeitet, um die Anlage für das Fest herzurichten. Bis auf den Sanitärbereich und die Außenanlagen wurde alles fertig.
Am 14. September 1996 fand zusammen mit dem Herbstschießen wie geplant die Einweihungsfeier im Beisein vieler Gäste statt. Zu diesem Anlaß wurde eine Erinnerungsmedaille und eine Festscheibe, die mit der Ansicht der Halle geschmückt war, ausgeschossen.
Das erste Schützenfest mit den Attraktionen der Schausteller und den Verzehrbuden fand dann 1997 statt.
Zusammenfassend läßt sich über die Hallenerweiterung sagen, daß fast alles in Eigenleistung hergestellt wurde, die Kommunen finanzierten praktisch nur das Baumaterial. Die neue Schützenhalle ist sehr geräumig und bietet Raum für sportliche und festliche Anlässe. Sie fügt sich gut in das Ortsbild hinein.