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Kirche auf der Horst

Sie ist unbestreitbar eine der schönsten Kirchen des Landkreises, die altehrwürdige Feldsteinkirche von Burweg-Horst. Einmalig idyllisch an der Oste gelegen, bietet sie mit ihrem alten romantischen Kirchhof dem Besucher nicht nur Ruhe und Meditation abseits der Hauptstraßen, sondern bei genauer Betrachtung etliche kleine Rätsel, die ein Licht auf die besondere Eigenart der Osteregion werfen. Rätselhaft ist zunächst schon mal das Alter der Kirche. Bauhistoriker schätzen, dass der Feldsteinbau um etwa 1200 entstand. Zu einem Zeitpunkt also, als die feuchte Osteniederung nördlich und westlich von Himmelpforten unter holländischer Beteiligung kultiviert und besiedelt wurde.

Ihre kleine Kirche bauten die Siedler auf einer trockenen Sandinsel, der “Horst”, nahe der Oste und weihten sie St. Petrus, dem Schutzheiligen der Schiffer und Seefahrer. Die Neuankömmlinge schufen über Generationen hinweg in harter Arbeit ihr eigenes Kirchspiel mit den Orten Burweg, Blumenthal, Breitenwisch, Seemoor, Burg, Engelschoff und Wasserkrug. Nicht wenige von Ihnen brachten es später zu Wohlstand. Ein Reichtum, der sich heute noch auf manchen, kunstvoll gearbeiteten Grabsteinen auf dem Kirchhof von Horst dokumentiert. Wieder andere fuhren zur See, gingen vor Grönland auf Walfang. So vielleicht auch vor 250 Jahren ein Peter Jarck aus Wasserkrug. Zumindest künden zwei stilisierte “Seeungeheuer” oder auch nur Delfine auf seinem Grabstein von einer maritimen Verbindung.

Einfachheit bestimmt auch heute das Innere der Kirche. Hier gab es offenbar keine adligen Familien, die für ihr Seelenheil prunkvolle Ausstattungen stifteten, wie wir es aus anderen Kirchen der Umgebung kennen. Dafür blieben dem Gotteshaus aber auch entstellende Umbauten erspart. Durch 17 Farbschichten haben sich Fachleute geschabt, um sich auf die ursprüngliche, eierschalenfarbene Bemalung des Innern voranzuarbeiten. Auch wurden uralte Ausstattungsstücke bewahrt, die bei anderen Kirchen längst auf dem Müll gelandet wären, wie das urtümliche schmiedeiserne Schloss der Brauttür, was übrigens immer noch funktioniert, oder ein Opferstock aus dem 17. Jhd., in dem einst die Kirchgänger ihren Obolus entrichteten.

Die erste Glocke der Kirche allerdings, 800 Jahre alt, klingt längst nicht mehr im Turm. Sie wurde 1912 an das Museum in Lüneburg verkauft. Dafür kam vermutlich vor einigen Jahren erst der mittelalterliche Taufstein nach einer Odyssee zurück. Rätselhaftist jedoch, wann und wie der wuchtige ausgehöhlte Findlingsblock seinen Weg zurück in die Kirche fand.


Die Legende zur Entstehung der Anhöhe der Kirche zu Horst